Wie immer du handelst, handle klug und bedenke die Folgen.

 Rezension 

"Die toten Katzen-Assassinen" 

von P. Djèlí Clark

Eveen ist schon seit einiger Zeit tot. Wie das passieren konnte, weiß sie selbst nicht so genau. Sie hat auch keinen Schimmer, wer sie zu Lebzeiten gewesen war. Nur eins weiß sie mit Gewissheit: Zu Lebzeiten hat sie einen Vertrag unterschrieben, der sie an eine Göttin bindet. Diese Göttin ist niemand Geringeres als Aerils, die Herrin der Assassinen. Um ihr zu dienen, muss sie Menschen „wegpacken“. Doch ihr neuester Auftrag bringt sie vor einige Schwierigkeiten, denn wie schafft man es, sich selbst auszulöschen?

Allein der Titel hat mich schon sehr neugierig auf das Buch gemacht, da ich mir nichts darunter vorstellen konnte. Als ich gelesen habe, dass es um Assassinen und Götter gehen wird, konnte ich nicht widerstehen und musste mich auf die verrückte Novelle von P. Djèlí Clark einlassen.

Natürlich hat es eine Novelle automatisch schwerer, eine Welt lebendig wirken zu lassen, da ihr weniger Seiten zur Verfügung stehen, aber da ich schon öfters Bücher oder Videospiele mit Assassinen-Thematik konsumiert habe, fiel es mir nicht schwer, mich in die Welt hineinzudenken. Auch bei den Katzenschwanz-Assassinen gibt es ein Credo, das über allem steht und an das sich Eveen seit ihrem Tod hält. Doch ihr neuester Auftrag bringt sie dazu, dieses Credo zu brechen, was wiederum zu allerhand Problemen führt.

Warum sie genau dieses Kredo bricht, würde zu viel spoilern und auch die Geschichte etwas verderben, denn das Geheimnis führt zu einem interessanten „Aha-Moment“. Zwar deutet schon vieles auf diesen Verlauf der Geschichte hin, aber wie Eveen damit umgeht und welche Konsequenzen dies für ihre weitere Tätigkeit hat, fand ich spannend umgesetzt.

Generell herrscht ein rauer Ton bei den Katzenschwanz-Assassinen und man muss diese Art von zottigem Humor schon mögen. Ich fand es z. B. witzig, dass die Assassinen nie von „töten“ sprechen, sondern nur von „wegpacken“. Es scheint eine bewusste Entscheidung der Übersetzerin gewesen zu sein. Generell scheint dieses Buch auch besonders aufwendig im Übersetzungsprozess gewesen zu sein, denn der Autor hat z. B. den Göttinnen eine besondere Sprache verliehen, die man im Englischen von der normalen englischen Sprache unterscheiden kann, die aber in der deutschen Übersetzung verloren ging. Ich finde so etwas schade, aber ich finde, die Übersetzerin hat einen tollen Job gemacht, sodass man auch mit der deutschen Ausgabe seine Freude haben kann.

Alles in allem hat mir dieses Buch gut gefallen und ich kann jedem dieses Buch empfehlen, der eine temporeiche Geschichte über eine tote Assassine lesen möchte, die eigentlich nur ihrer Göttin dienen will, aber dabei vor einige Herausforderungen gestellt wird.

Vielen lieben Dank an CrossCult für das Rezensionsexemplar! 💗  

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