Schwesternschaft ist das Band der Einheit, Unterstützung, Loyalität und des gemeinsamen Ziels.
Rezension
"Sister Snake"
von Amanda Lee Koe
Emerald war noch nie gut darin, mit Geld umzugehen. Sie wollte es auch nicht lernen, da ihr diese Mäßigung zu menschlich vorkommt. Dabei hebt sie sich gänzlich von ihrer Schwester Su ab, die sich dieses ertragsorientierte Menschsein zu eigen gemacht hat. Sie handelte schon früh an der Londoner Börse und ist mittlerweile mit einem angesehenen Politiker in Singapur verheiratet, der als der nächste Chief Minister gehandelt wird. Durch ihre unterschiedlichen Charakterzüge haben die beiden Schwestern sich in den Jahren voneinander entfernt, doch als Emerald von einem Polizisten in ihrem Schlangenkörper angeschossen wird, kann Su an nichts anderes denken, als zu ihrer Schwester nach New York zu fliegen.
Dieses Buch war mein Überraschungsfund auf der LBM 2026. Am Ende der Messe war ich auf einer interessanten Bloggerveranstaltung, in der es darum ging, neue Verlage für sich zu entdecken. Dabei wurde auch das Buch „Sister Snake“ vorgestellt und ich war direkt von der Geschichte fasziniert.
Die Geschichte basiert lose auf dem chinesischen Volksmärchen „Die Legende von der weißen Schlange“ und handelt von zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und trotzdem verbindet sie ein gemeinsames Geheimnis: Sie sind Schlangen, die es geschafft haben, sich in Menschen zu verwandeln. So verbringen sie die Jahrhunderte zusammen und auch wenn sie immer wieder streiten, weil sie unterschiedliche Ansichten über das Leben haben, können sie doch nicht längere Zeit ohne einander sein.
Mich hat vor allem an dieser Geschichte fasziniert, dass sie eigentlich keine Schwestern in dem Sinn sind, sondern ein einschneidendes Erlebnis in der Vergangenheit sie zusammenschweißt Emerald ist eine grüne Schlange und Su ist eine weiße Schlange, die eigentlich in der Tierwelt nichts miteinander zu tun haben, und trotzdem halten sie zusammen. Noch nie hat der Trope „Found Family“ besser gepasst als hier.
Trotzdem scheinen die Schwestern in der Neuzeit vor einem Wendepunkt zu stehen, denn Emerald stiftet immer wieder Aktionen an, die ihr Geheimnis offenbaren könnten. Su findet das verantwortungslos und versucht, hinter ihr aufzuräumen, doch auch das scheint die Schwestern immer weiter voneinander zu entfernen. Mir hat es regelrecht das Herz zerbrochen, weil man durchaus merkt, dass die beiden aneinanderhängen, aber es auch nicht schaffen, über ihren jeweiligen Schatten zu springen. Bis zum Schluss bleibt es spannend, ob die Schwestern es wieder schaffen, zueinanderzufinden.
Dieses Buch ist für mich ein weiteres Highlight im Jahre 2026 und ich werde die Autorin auf jeden Fall weiter im Blick behalten, denn sie schreibt einfach wunderschön. Ich kann jedem dieses Buch empfehlen, der eine Geschichte über zwei ungleiche Schwestern lesen möchte, die sich über die Jahrhunderte immer wieder zusammenraufen.
Vielen lieben Dank an Culturbooks für das Rezensionsexemplar! 💖


Kommentare
Kommentar veröffentlichen