Hier im Ort ist das Gericht, viel schlimmer als die Vehme, wo man nicht erst ein Urtheil spricht, das Leben schnell zu nehmen.

 Rezension 

"Teufelsjagd und Blutgericht" 

von Udo Weinbörner 

Bruder Leonhard wird von allen nur „Bruder Schlendrian“ genannt, weil er die Arbeit im Kloster als sehr müßig ansieht und lieber seinen Gedanken nachhängt. Als Bruder Leonhard aber eines Abends auf die Leiche des stellvertretenden Baumeisters stößt, ist er plötzlich Feuer und Flamme, um herauszufinden, wer hinter diesem Mord steckt. Doch nicht jeder freut sich darüber, dass dieses Geheimnis offenbart werden soll. Schon bald findet er sich als Angeklagter in einem Blutsgerichtsverfahren wieder und muss seine Unschuld beweisen.

In letzter Zeit kam es dazu, dass ich viele historische Romane gelesen habe, die als Schauplatz ein Kloster hatten. Oftmals geht es nicht nur um das religiöse Leben in Abgeschiedenheit, sondern die Politik mischt sich immer wieder vehement in das klösterliche Leben ein. Auch hier dauert es nicht lange, bis ein Graf auftaucht, um seine Macht zu demonstrieren. Denn der Tod des stellvertretenden Baumeisters hat auch automatisch Auswirkungen auf ein Bauvorhaben, das dem Grafen sehr am Herzen liegt.

So verhängt er direkt ein Blutgerichtsverfahren, um den Schuldigen zu finden, aber natürlich beschuldigt er direkt die Falschen und so muss Bruder Leonhard auf eigene Faust ermitteln, um seine Unschuld zu beweisen. Die Suche nach dem Mörder führt ihn auch u. a. in seinen Heimatort. Dort trifft er auf seine Jugendliebe Martha, für die er immer noch Gefühle hat, obwohl er diese Gefühle als Mönch nicht haben dürfte.

Generell fand ich es spannend, Bruder Leonhard bei seinen Ermittlungen zu begleiten, allerdings zogen sich die Ermittlungen etwas. Mir war z. B. schnell klar, dass Baumeister Diethelm zu Deutz etwas mit der Sache zu tun hat, da er von Anfang an gegen Bruder Leonhard ist, aber es dauert ziemlich lange, bis Leonhard in diese Richtung ermittelt. Auch fand ich die Liebesgeschichte zwischen ihm und Martha irgendwie unpassend. Nicht, dass er sie liebt und für ihr ungeborenes Kind aufkommen will, sondern eher, weil er immer dieselben Gedanken hat, wenn er Martha sieht, aber sich nie traut, etwas zu sagen. Dadurch zieht sich die ganze Sache auch etwas und lenkt von den eigentlichen Ermittlungen ab.

Alles in allem kann ich aber jedem dieses Buch empfehlen, der eine Geschichte über einen Mönch lesen möchte, der durch Zufall zu einem Angeklagten in einem Blutsgerichtsverfahren wird und nun seine Unschuld beweisen muss.

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