Die Blume entfaltet sich und zeigt der Welt ihre Schönheit, auch wenn niemand hinschaut.

 Rezension 

"Die Königin der Blumenmaler" 

von Alexander Schwarz

Das Malen begleitet Rachel schon seit ihrer Kindheit. Deshalb kann sie es kaum erwarten, als ihre Eltern sich schließlich dazu entscheiden, ihr und ihrer Schwester Anna Malunterricht zu ermöglichen. Fortan wird sie von dem Maler Van Aelst unterrichtet, der schnell erkennt, welch außergewöhnliches Talent in seiner Schülerin steckt. In Rachel wächst der Wunsch, selbst als Malerin zu arbeiten. Doch ihr Weg ist steinig, denn als Frau hat sie in der Malergilde eigentlich keinen Platz.

Ich habe mich auf dieses Buch schon sehr gefreut, denn ich finde es einfach so inspirierend, von Frauen der Geschichte zu lesen, wie sie ihren Weg gegangen sind. Denn meistens war es kein einfacher Weg, da sie nur wenig Unterstützung von der Gesellschaft erwarten konnten.

So ging es auch Rachel Ruysch. Obwohl sie schon in jugendlichen Jahren ihr herausragendes Talent für die Malerei zeigt, glauben die Wenigsten an sie, weil sie eben eine Frau ist und innerhalb der Gesellschaft andere Aufgaben hat, als mit ihrer Malerei Geld zu verdienen. Glücklicherweise glauben ihre Eltern an sie und unterstützen sie in den darauffolgenden Jahren, sei es mit Malunterricht oder der späten Wahl ihres Ehepartners. Ihr Vater nimmt sie zudem regelmäßig mit in den Hortus Botanicus, wo sie Pflanzen studieren und ihre Kenntnisse für ihre späteren Gemälde vertiefen kann. Ich fand es sehr schön zu lesen, dass Rachel Eltern hatte, die sie so unterstützten, denn ich glaube, wenn sie die nicht gehabt hätte, wäre sie nie eine Malerin geworden.

Auch mit der Wahl ihres Ehemanns hat Rachel großes Glück. Juriaen Pool steht ihr stets zur Seite und unterstützt ihren Wunsch, als Malerin zu arbeiten, obwohl er selbst Künstler ist und nie den Erfolg seiner Frau erreicht. Gemeinsam bekommen sie zehn Kinder, die versorgt und erzogen werden wollen. Umso beeindruckender fand ich, mit welcher Kraft und Ausdauer Rachel Familie und Beruf miteinander vereinbarte. Gleichzeitig musste sie sich immer wieder gegen die Vorurteile und den Widerstand ihrer männlichen Kollegen behaupten.

Alles in allem hoffe ich, dass dieses Buch noch viele Leser*innen finden wird, denn Rachel Ruyschs Lebensgeschichte verdient es, erzählt zu werden, um als Inspiration für so viele Frauen zu dienen, die mit ihrem Lebensweg hadern.

Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die mehr über die außergewöhnliche Malerin Rachel Ruysch erfahren möchten, die zu ihrer Zeit sogar erfolgreicher war als Rembrandt und heute dennoch weit weniger bekannt ist.

Vielen lieben Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar! 💖 

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