Wer sucht, findet nicht, aber wer nicht sucht, wird gefunden.

 Rezension 

"Matcha-Tee am Montag" 

von Michiko Aoyama

Miho erlebt einen dieser Tage, an denen nichts zu funktionieren scheint. Um dem Stress zu entfliehen, beschließt sie, ins Café Marble zu gehen, ihrem üblichen Rückzugsort an schlechten Tagen. Doch da es Montag ist, hat das Café geschlossen. An seiner Stelle findet sie das „Café Matcha“. Anfangs skeptisch gegenüber dem neuen Konzept, erkennt Miho bald, dass es ein glücklicher Zufall war, dass sie das Café entdeckt hat.

Das Buch ist in 12 Kapitel eingeteilt, sodass jeder Monat des Jahres eine Geschichte beinhaltet. Dabei hängen die unterschiedlichen Geschichten mehr oder weniger eng zusammen. Manchmal kennen sich die unterschiedlichen Protagonisten untereinander und manchmal sind es nur kurze Begegnungen. Allerdings ist jeder mit dem Café Matcha in irgendeiner Art verbunden. Ich fand diese Art eine Geschichte zu strukturieren sehr interessant, da man manchmal erst viel später die Verbindung der Protagonisten versteht.

Da wäre z.B. eine Modedesignerin, die mit ihren Entscheidungen hadert. Eine Großmutter, die sich mit ihrer Enkelin überworfen hat und doch jeden Tag versucht, an ihrem Leben aus der Ferne teilzunehmen. Eine Katze, die sich bei einem alten Mann sehr wohlfühlt. Ein Mann, der aus seinem alten Leben ausbrechen will und ein Antiquariat eröffnet. Alle Geschichten haben gemeinsam, dass die Protagonisten an einem Punkt in ihrem Leben angekommen sind, an dem sie einen guten Rat brauchen, wie sie weitermachen sollen. Wie es immer bei Kurzgeschichten ist, konnte ich mit einigen Geschichten mehr anfangen als mit anderen z.B. fand ich die Geschichte der Modedesignerin oder auch der Großmutter total interessant und war gespannt darauf zu erfahren, wie die Geschichte von ihnen ausgehen wird. Dagegen fand ich z.B. die Geschichte der Katze nicht sehr spannend. Ich kann mir aber vorstellen, dass jeder eine Geschichte in diesem Buch finden wird, die ihm zusagt und mit der er sich identifizieren kann.

In letzter Zeit sind viele dieser Bücher aus dem asiatischen Raum erschienen, in denen sich die Protagonisten nach Rat sehnen und einen anderen Ort betreten, um darüber zu reflektieren. Trotzdem habe ich gerne herausgefunden, was es mit dem „Café Matcha“ auf sich hat. Denn durch das Buch kommt man auch in eine Art Entschleunigung und nach dem Buch hat man die Gewissheit, dass es für jedes Problem eine Lösung gibt.

Ich empfehle dieses Buch jedem, der harmonische Geschichten über zwischenmenschliche Beziehungen lesen und dabei entschleunigen möchte. Die Geschichten im „Café Matcha“ laden dazu ein, innezuhalten und über das eigene Leben nachzudenken, und bieten gleichzeitig die beruhigende Erkenntnis, dass man mit seinen Problemen nicht allein ist.

Vielen lieben Dank an Rowohlt für das Rezensionsexemplar! 💖 

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