Wenn wir uns nicht verändern, entwickeln wir uns nicht weiter. Wer sich nicht entwickelt, lebt nicht wirklich.
Rezension
"Das Meer der Aswang"
von Allan N. Derain
Aufgrund einer Infektion verwandelt sich das fünfzehnjährige Mädchen Luklak nach und nach in ein Krokodil. Doch sie verwandelt sich nicht in irgendein Krokodil, sondern in eine Aswang, ein mythisches Wesen, das auf den Philippinen beheimatet ist. Trotzdem ist ihr Vater besorgt und versucht, eine Lösung zu finden, wie er seine Tochter wieder zurückverwandeln kann. Allerdings scheint jede Hilfe zu spät zu sein.
Dieses Jahr war das Gastland der Frankfurter Buchmesse „die Philippinen“, weswegen ich auch ein Buch aus diesem Land lesen wollte. Meine Wahl fiel auf „Das Meer der Aswang“, da sich die Geschichte in meinen Ohren sehr ungewöhnlich angehört hat. Zwar habe ich schon die ein oder andere Fantasy-Geschichte gelesen, die von Gestaltwandlern handelte, aber da das Buch nicht offiziell dem Genre „Fantasy“ zugeordnet wurde, sondern als „Roman“ betitelt wurde, wurde dementsprechend auch meine Neugierde geweckt.
Der Eindruck, dass das Buch ungewöhnlich ist, blieb auch während des Lesens erhalten. Viele Ausdrücke oder Situationen wirkten auf mich fremd und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich alles in Gänze beim ersten Mal verstanden habe. Aufklärung brachten mir die beiden Podiumsdiskussionen des Autors auf der Frankfurter Buchmesse. In einer der Podiumsdiskussionen ging er z. B. auf die Situation ein, dass die Mutter von Luklak einen Aal zur Welt bringt. Ich habe das einfach als gegeben hingenommen, obwohl es mir komisch vorkam, aber rein kulturell steckt in dieser Situation so viel mehr.
Auch die Übersetzerin ging auf diese Situation ein, da es auch schwierig war, genau diese Situation zu übersetzen. Denn in der Sprache Tagalog gibt es z. B. keine Geschlechter, aber im Deutschen schon. So musste sie Fingerspitzengefühl anwenden, um das Geschlecht des Geschwisterkindes von Luklak nicht vorwegzunehmen, da das Geschlecht später noch eine wichtige Rolle spielt.
Generell trifft man in der Geschichte auch immer wieder auf Wesen, die aus der philippinischen Mythologie bekannt sind, von denen ich aber noch nie etwas gehört habe. Aus diesem Grund fand ich es interessant, mehr von dieser Welt zu erfahren, die mir bis jetzt verborgen blieb. Allerdings ist es keine einfache Geschichte. Sie ist an manchen Stellen auch brutal, wenn Luklak sich verschiedene Körperteile von anderen Menschen einverleibt, aber das ist das, was eine Aswang macht.
Deswegen kann ich die Geschichte auch nicht uneingeschränkt empfehlen, da man sich auf die Brutalität und Andersartigkeit der Welt einstellen und viele Situationen aus dem kulturellen Kontext interpretieren muss, um die Geschichte besser zu verstehen. Dadurch ist es wahrscheinlich das ideale Buch für einen Buchclub mit spannenden Diskussionen.
Vielen lieben Dank an den Unionsverlag für das Rezensionsexemplar! 💖



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