Das tragische Theater hat einen großen moralischen Nachteil: Es überschätzt die Bedeutung von Leben und Tod.
Rezension
"Für immer dein Feind"
von Olivie Blake
In Manhattan leben zwei magisch begabte Familien: die Antonova-Schwestern und die Fedorov-Brüder. Beide führen ein nicht ganz legales Familienimperium und verkaufen magische Drogen an die Bevölkerung New Yorks. Dadurch tobt ein ewiger Kampf um die Vormachtstellung innerhalb der Stadt. Die Tragödie nimmt jedoch ihren Lauf, als sich das jüngste Mitglied des Fedorov-Clans in das jüngste Mitglied des Antonova-Clans verliebt.
Die Geschichte zweier Familien-Clans, die sich in einer Stadt gegenseitig bekämpfen und damit ein junges Paar in den Tod treiben, ist nicht wirklich neu, denn es ist die Geschichte von „William Shakespeare’s Romeo & Julia“. Die Geschichte der Antonova-Schwestern und der Fedorov-Brüder folgt diesem Handlungsverlauf und weicht doch in etlichen Elementen davon ab, da sie alle ein magisches Erbe in sich tragen.
Dennoch huldigt dieses Buch in seiner Konzeption der Originalvorlage, denn das Buch ist in Akten und Szenen unterteilt und liest sich so wie ein Theatermanuskript. Ich fand diesen Stil ziemlich cool, da ich eine solche Unterteilung in Büchern selten lese. Jeder Akt wird auch von einer tollen Illustration oder Zusatzinfos wie z. B. Inventarlisten oder Szenenbeschreibungen unterbrochen, so dass es mir sehr viel Spaß gemacht hat, das Buch zu lesen und dabei das Buch zu entdecken.
Die Geschichte an sich folgt sehr klassisch dem Original, in dem es um Verlust, Intrigen und Machtspielchen geht. Allerdings wird die Geschichte um magische Elemente erweitert, sodass ein Tod nicht immer das Ende bedeuten muss oder verschiedene magische Substanzen können den Ausgang einer Situation verändern. Dies macht es spannend, auch wenn man die Geschichte von „Romeo & Julia“ kennt.
Alles in allem fand ich diese neue Version von „Romeo & Julia“ sehr unterhaltsam und kann jedem dieses Buch empfehlen, der eine magische Geschichte über eine Familienfehde sucht, mit einem nicht ganz so tragischen Ende wie im Original.
Vielen lieben Dank an den S. Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar! 💗
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