Nichts bringt uns auf unserem Weg besser voran als eine Pause.

 Rezension 

"Pause" 

von Lena Kupke 

Hanna ist so erschöpft und ausgebrannt vom Leben, dass sie eines Tages einfach zusammenbricht und in der Notaufnahme eines Krankenhauses aufwacht. Dort wird ihr schnell klar, dass schon lange etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist, denn niemand kommt, um sie abzuholen, nicht einmal ihr Freund Paul. Erst als sie sich nach langer Zeit mal wieder bei ihren Eltern meldet, reagieren diese sofort und holen sie zu sich nach Hause. Wenig später sitzt Hanna wieder in ihrem alten Kinderzimmer in der Lüneburger Heimat und hat endlich Zeit, über ihr Leben nachzudenken.

Ich fand das Buch einfach großartig, weil ich direkt mit der Protagonistin Hanna connecten konnte. Zwar hat sie öfters ihre Momente, in denen man sie am liebsten schütteln würde, weil sie sich wieder in eine ihrer Opferrollen begibt, anstatt einfach mit den Leuten klar zu kommunizieren, aber im Großen und Ganzen habe ich viele Parallelen gesehen.

Angefangen mit ihrer Mutter, die zwar gerne für ihr Kind da ist, aber auch nicht so wirklich weiß, wie sie das tun soll, und im Gespräch auch immer wieder von anderen Dingen abgelenkt ist. Ähnliche Verhaltensweisen habe ich auch schon öfters bei meiner Mutter erlebt. Mütter meinen es ja nie böse, aber wenn man gerade ein sehr dringendes Problem hat und es wird nur davon abgelenkt, fühlt sich das nie gut an.

Darüber hinaus habe ich auch Hanna in dem Aspekt verstanden, dass sie das Gefühl hat, dass niemand wirklich für sie da ist. Allerdings hat man auch gemerkt, dass sie daran selbst die Schuld trägt. Ihre Freundschaften scheint sie nie gut gepflegt zu haben und auch ihre Beziehung zu ihrem Freund Paul ist eigentlich auch schon länger vorbei. Man merkt, dass irgendwas in der Vergangenheit passiert ist, sodass sie aufgehört hat zu leben.

Zwar ist die Auflösung relativ unspektakulär, aber eigentlich ist das nicht so wichtig. Denn es hätte theoretisch jeder Grund sein können und jeder Grund wäre auch in Ordnung gewesen, denn jeder nimmt bestimmte Vorfälle anders wahr. Ich finde es wichtiger, dass sie im Laufe der Handlung merkt, dass sie umdenken muss und mit der Zeit in ihrer alten Heimat gesundet.

Vor allem der Wortwitz und wie über bestimmte Themen gesprochen wurde, fand ich großartig. Neben den witzigen Szenen hat das Buch auch ganz viele warme Momente, die einen rühren und nachdenklich werden lassen. Ich musste mich auch unweigerlich mit mir selbst auseinandersetzen und überprüfen, wie es in meinem Umfeld aussieht und ob ich vielleicht auch mal eine „Pause“ von allem brauche.

Es ist auf jeden Fall ein besonderes Buch und ich kann jedem dieses Buch empfehlen, der eine Frau dabei begleiten möchte, herauszufinden, was wirklich wichtig im Leben ist.

Vielen lieben Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar! 💖 

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