Verrat – der Kuss des Todes jeglicher Beziehungen
Rezension
"Enosis: Die Blutfehde"
von Jaro Zohar
Nachdem Lesya ihren Vater verloren hat, weiß sie zunächst nicht, was sie tun soll. Doch schon auf der Trauerfeier lernt sie jemanden kennen, der sich als ihr Onkel zu erkennen gibt. Zwar hat sie noch nie von ihm gehört, aber er verschafft ihr eine Anstellung als Magd bei den Zbaraskis in Lemberg. Zunächst ist sie überwältigt in so einer großen Stadt leben zu können und kann ihr Glück kaum fassen, allerdings verhalten sich die Zbaraskis immer seltsamer bis Lesya in einen Strudel aus Verrat, Gewalt und uralten Mächten gerät, der sie fast ihr Leben kostet.
Ich fand die Beschreibung des Klappentextes „Interview mit einem Vampir“ meets „Die Borgias“ sehr interessant, da ich beide Filme/Serien gesehen habe und generell ein großer Fan des Vampirmythos bin.
Die Geschichte beginnt in Lemberg im Jahre 1690 in einer düsteren Kapelle mit einem sehr fragwürdigen Priester. Allein diese Szene fand ich schon sehr atmosphärisch und zeigt eigentlich gut, was man im späteren Verlauf der Geschichte erwarten kann. Zwar dauert es ein wenig, bis man mehr über die „Vampire“ in diesem Buch erfährt und was sie mit der Bevölkerung vorhaben, aber so hat man auch die Gelegenheit Lesya besser kennenzulernen, was auch wichtig für den späteren Verlauf der Geschichte ist.
Denn Lesya wird noch sehr essentiell für die Vampire. Doch zunächst muss sie sich erst bei den Zbaraskis beweisen, was gar nicht so einfach ist, weil sie sich wie magisch zu dem Sohn der Familie hingezogen fühlt. Dieser kommt nur selten aus seinem Zimmer und sein Essen wird ihm auch täglich auf sein Zimmer gebracht, aber trotzdem setzt sie sich irgendwann über die Anweisung hinweg, nicht in diesen Stock des Hauses zu gehen.
Generell merkt man, dass es keine einfache Liebesgeschichte zwischen den beiden wird und auch die, nennen wir es mal „späteren Zusammenstöße“ sind nicht von einer Zartheit geprägt, sondern Begierde und Leidenschaft stehen immer im Vordergrund. Es ist eben ein „Gothic-Horror-Roman“ und keine Romantasy.
Wenn man das gut findet, dann wird man seine Freude mit dem Buch haben und sich sehr schnell in den Intrigen der rivalisierenden Vampirbünde verlieren. Für alle anderen wird es wahrscheinlich eher nichts sein, da es doch einige härtere Szenen zu bieten hat.
Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen und ich kann jedem dieses Buch empfehlen, der eine Geschichte über eine Magd lesen möchte, die in einen Strudel aus Verrat, Gewalt und uralten Mächten gerät.

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