Glück ist keine Station, bei der man ankommt, sondern eine Art zu reisen.

 Rezension 

"Die Halbwertszeit von Glück" 

von Louise Pelt 

Kurz vor ihrer Hochzeit macht Mylène eine erschütternde Entdeckung, die ihre ganze Welt auf den Kopf stellt. Dabei dachte sie, dass sie endlich den richtigen Mann fürs Leben gefunden hat und in einen neuen Lebensabschnitt starten kann. Doch nicht nur sie steht vor Herausforderungen. Auch Holly und Johanna haben in ihren Leben Probleme, mit denen sie versuchen, zurechtzukommen. Während Holly den tragischen Tod ihrer Kollegin Jay verarbeitet, hat die Einsiedlerin Johanna alle Hände voll zu tun ein 17-jähriges Mädchen im Wald vor den DDR-Grenzbeamten zu verstecken. Werden diese drei Frauen es schaffen, wieder glücklich zu werden?

Zunächst wusste ich nicht genau, wie das Schicksal dieser drei Frauen zusammenhängt und war etwas verwirrt, warum sich die Autorin gerade für diese drei Frauen entschieden hat. Denn diese Frauen trennt nicht nur eine erhebliche Zeitspanne, sondern auch die Art und Weise, was sie erleben. Kapitelweise erlebt man abwechselnd eine Episode aus dem Leben entweder von Mylène, Holly oder Johanna und kommt so langsam darauf, wie die einzelnen Schicksale miteinander verknüpft sind.

Dabei konnte ich mich am Anfang am besten in Mylènes Geschichte hineinversetzen. Sie wirkte auf mich am nah barsten, weil ihre Geschichte so jedem hätte passieren können. Als Jungunternehmerin, die mit beiden Beinen im Leben steht und den Mann fürs Leben gefunden hat, wird sie durch ein Geheimnis ihrer Familie aus der Bahn geworfen. In ihrer Geschichte geht es viel darum, wer man eigentlich ist und ob man das erst wissen kann, wenn man seine Herkunft geklärt hat. Ich fand ihren Teil der Geschichte auch so spannend, weil sie im späteren Verlauf auch einen Roadtrip quer durch die Niederlande und Deutschland macht, auf der Suche nach ihrer Identität.

Die Geschichte von Holly fand ich zwar auch interessant, allerdings fand ich ihren Charakter schwierig. Sie lebt mit dem Gedanken, dass sie für den Tod ihrer Arbeitskollegin verantwortlich ist, obwohl es von Anfang an klar ist, dass es ein blöder Zufall war. Trotzdem begibt sie sich in die Familie ihrer Arbeitskollegin und versucht ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen. Dabei trifft sie auf den Ehemann ihrer Arbeitskollegin, der dauernd von ihr verlangt auf seinen Sohn aufzupassen, weil er die Kindererziehung und seinen Job nicht unter einen Hut bekommt. Dass Frauen das z.B. meistens machen müssen, aber ein Mann das anscheinend nicht schafft, fand ich etwas schade und ich konnte nicht so in die Geschichte eintauchen.

Dagegen ist die Geschichte von Johanna etwas spannender, denn sie muss ständig auf der Hut sein, dass keiner der DDR-Grenzbeamten oder ein Dorfbewohner Kenntnis von dem 17-jährigen Mädchen bekommt, das sie in ihrer Hütte im Wald beherbergt. Zwar mag sie am Anfang das Mädchen nicht, da sie nur Scherereien mit ihr hat, aber im Verlauf der Geschichte merkt man, dass Johanna doch an ihr irgendwo hängt.

Alles in allem fand ich es sehr schön, wie die unterschiedlichen Geschichten miteinander verknüpft worden sind und später ineinander überlaufen. Deswegen kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der drei starken Frauen auf der Suche nach ihrem Glück begleiten möchte. 

Vielen lieben Dank an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar! 💖

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