Ihr kennt meinen Namen, aber mich kennt ihr nicht.
Rezension
"Kleopatra: Roman einer Königin"
von Saara El-Arifi
Nach dem Tod ihres Vaters besteigt Kleopatra im Alter von 19 Jahren zusammen mit ihrem kleinen Bruder Theos den Thron eines Weltreichs. Da sie nicht in die Fußstapfen ihres Vaters treten kann, möchte sie anders regieren und eine gütige Herrscherin werden. Doch nicht alle sind damit einverstanden, wie die Nachfolge gelaufen ist. So muss sich Kleopatra schon bald gegen die intriganten Pläne ihrer Geschwister Theos und Arsinoe zur Wehr setzen, obwohl Ägypten gänzlich andere Probleme zu bewältigen hat.
Schon seit meiner Kindheit bin ich von Ägypten fasziniert. Das hat schon früh solche Ausmaße angenommen, dass ich alles gesammelt habe, was nur ansatzweise mit Ägypten zu tun hatte: Bücher, Figuren, Zeitungsausschnitte. Ich konnte nicht verstehen, wie ein solches Weltreich einfach untergehen konnte, und wünschte mir oft, dass ich das Ägypten von damals mit eigenen Augen hätte erleben können.
Als ich gesehen habe, dass ein neuer Roman mit der Lebensgeschichte von Kleopatra herauskommt, musste ich das Buch einfach lesen. Zwar habe ich schon viel über Kleopatra gelesen und auch einige Filme gesehen, aber wie mir der Prolog schon deutlich vor Augen führt: Ich kenne sie nicht. Umso gespannter war ich darauf, zu erfahren, wer Kleopatra laut diesem Buch ist.
So ist das Buch in 3 Teile aufgeteilt: die Hexe, die Hure und die Schurkin. Vor jedem Kapitel gibt es auch Zitate von Menschen, die über Kleopatra etwas geschrieben haben, wie z. B. Shakespeare oder Plutarch, wobei die Kleopatra der Geschichte sich herausnimmt, diese Zitate zu kommentieren. Auch während ihrer Erzählung kommentiert sie auch das ein oder andere Ereignis und wendet sich so direkt an die Leser*innen. Ich fand dieses Element ziemlich stark, weil ich so das Gefühl hatte, Kleopatra erzählt mir die Geschichte als Vertraute.
Dadurch konnte ich regelrecht mit ihr mitfühlen, auch wenn sie behauptet, dass ich sie nicht kenne und nie kennen werde. Wahrscheinlich werden wir nie wissen, wie Kleopatra wirklich war, aber die Kleopatra dieser Geschichte fand ich sehr sympathisch. So habe ich mich für sie gefreut, dass sie in Julius Caesar und Antonius zwei Männer gefunden hat, die sie wirklich lieben und mit denen sie so etwas wie Familie haben konnte. Auch dass sie so eine treue Freundin und Dienerin wie Charmion an ihrer Seite hatte, und ich habe mich natürlich sehr ereifert, dass ihre eigenen Geschwister sich gegen sie gewendet haben, nur weil sie von der Macht des Pharaos besessen waren.
Dieses Buch hat mich emotional auf eine Weise berührt, wie es selten Bücher schaffen. Obwohl das Jahr erst ein paar Jahre alt ist, habe ich jetzt schon ein Highlight gefunden. So kann das Jahr gerne weitergehen.
Ich kann das Buch jedem empfehlen, der herausfinden möchte, wer Kleopatra wirklich war, und sich emotional von einer Geschichte mitreißen lassen will.
Vielen lieben Dank an Hoffmann und Campe für das Rezensionsexemplar! 💖


Kommentare
Kommentar veröffentlichen