Es war ihr Atem, ihr Blut, ihre Verbindung zu all den Frauen ihrer Familie, die diesem Pfad lange vor ihr gefolgt waren, ihre Bestimmung.
Rezension
"Carly Sommer:
Die Junghexe Carly muss mit den Konsequenzen leben, die ihr unüberlegter Einsatz von Magie mit sich gebracht hat. Zwar konnte sie so ihre Freundin Kim vor einem schweren Unfall bewahren, doch Kim ist nicht mehr dieselbe. Sobald Carly auch nur „Magie“ in einem Satz andeutet, färben sich Kims Augen schwarz und sie vergisst sofort, was gesprochen wurde. Die Hexenkommission hat sich herausgenommen, diese Maßnahme zu ergreifen, um das Geheimnis über die Existenz der Hexen zu verschleiern. Doch Carly sieht nicht ein, Geheimnisse vor ihrer Freundin zu haben, und stellt sich gemeinsam mit ihrer Cousine Seraphine gegen die Hexenkommission.
Es ist schon etwas länger her, seit ich den ersten Band von Carly Sommer gelesen habe, aber trotzdem ist es mir nicht schwergefallen, innerhalb kürzester Zeit wieder in die Geschichte einzutauchen. Zwar ist die Geschichte an manchen Stellen etwas düster (lest unbedingt vorher die Triggerwarnung!), aber auch sehr „cozy“.
Damit meine ich zum einen, wie ich den Umgang zwischen Carly und ihrer Familie wahrgenommen habe. Es tut einfach gut, zu lesen, dass Carly trotz ihres schwierigen Erbes von ihren Brüdern und ihrem Vater nicht allein gelassen wird. Ihr Vater Jakob versucht, so gut es geht, Carly mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Auch wenn er manchmal etwas streng ist, meint er es nur gut. Zudem haben ihre Brüder Ole und Emil großen Einfluss darauf, wie Carly mit ihrer Situation weiter umgeht. So schenkt ihr kleiner Bruder Emil Carly z. B. ein selbst gebasteltes Hexenbuch, damit sie dort ihre Hexensprüche aufschreiben kann, auch wenn sie gerade auf die ganze Hexensache nicht gut zu sprechen ist. Generell fand ich es einfach schön, wie diese Familie zusammenhält.
Zudem fand ich es interessant, mehr über Carlys Cousine Seraphine zu erfahren. Denn sie hadert mit ihrem Erbe, eine Hexe zu sein, und lässt nichts unversucht, ihre Gaben von Hekate wieder loszuwerden, auch wenn sie dafür einige düstere Rituale ausführen muss. Ich fand diesen Kontrast zwischen ihr und Carly gut umgesetzt, denn Carly möchte weiterhin eine Hexe bleiben und das Erbe ihrer Vorfahrinnen weiterführen, aber Seraphine möchte das nicht. Auch wegen ihrer Mutter und dem Zirkel, die beide nie hinter ihr gestanden haben.
Darüber hinaus gibt es auch ein paar humorvolle Stellen, wenn z. B. der Schnapir Leopold von Regenstein-Wendhusen auftaucht. Er hat seinen eigenen Kopf und taucht immer in den unpassendsten Momenten auf. Zwar behauptet er immer, dass Carly ihn gerufen hat, aber so ganz kann man ihm das nie glauben.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es mit Carly und ihrer Familie weitergehen wird, und kann jedem dieses Buch empfehlen, der eine düstere und gleichzeitig cozy Geschichte über eine Junghexe lesen möchte, die ihren eigenen Weg in der Hexenwelt sucht.


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