Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern die Entscheidung, dass etwas anderes wichtiger ist.

 Rezension 

"Valdengaard 1" 

von Peter Hohmann 

Tharven ist mittlerweile 23 Jahre alt und träumt immer noch davon, als berühmter Narrenhand-Spieler Valdengaard zu bereisen. Obwohl sein Vater ihn unterrichtet hat und gehofft hat, dass er in seine Fußstapfen tritt, sieht Tharven sein Potential nicht und denkt, dass ihn sowieso niemand einstellen will. Als er bei einem Narrenhand-Turnier haushoch verliert und auch noch das Lieblingsbild seines Vaters verzockt, bleibt ihm nur die Flucht nach Hause. Allerdings wird er dort Zeuge, wie die magische Gilde seinen Vater brutal ermordet, und der letzte Halt in seinem Leben bricht weg.

Nach Jahren des Wartens veröffentlicht Peter Hohmann endlich wieder ein Fantasy-Abenteuer mit einem nicht ganz so glanzvollen Helden, der sich mit einer zusammengewürfelten Truppe auf die Suche nach Antworten begibt. Dadurch haben nun alle, die den Anschluss an die großartige Vorgängerreihe „Feywind“ verpasst haben, die Möglichkeit, in ein neues klassisches Fantasy-Abenteuer zu starten.

In Zeiten, in denen der Fantasybuchmarkt von Romantasy-Büchern überflutet ist und man sich sein Fantasybuch nach dem Spice-Level aussuchen kann, bietet Peter Hohmann mit seinen Geschichten einen Gegenentwurf dazu. Hier gibt es keine Liebesgeschichte á la „Enemies-to-Lovers“, sondern einfach nur eine klassische Heldenreise. Tharven begibt sich mit seinem Jugendfreund Klarvy, einem Ritter des ersten Rufs namens Gorwyn, seiner Jugendliebe Fledora und einem sprechenden Kater namens Raskild auf die Suche nach dem Mörder seines Vaters.

Dabei kann man sich vorstellen, dass es gar nicht so einfach ist, mit verschiedenen Charakteren in einer Gruppe zu reisen. Da wäre Fledora zu nennen, die ein kleines Alkoholproblem hat und ständig die Münzen der Gruppe versäuft, oder Gorwyn, der zu jeder Zeit einen rätselhaften Spruch auf den Lippen hat. Aber das Highlight der Gruppe ist wahrscheinlich der Kater Raskild, der ausschließlich mit Tharven telepathisch kommunizieren kann. Dies führt immer wieder zu verwirrenden Situationen, da die anderen Raskild nicht hören können und irgendwann an der mentalen Gesundheit von Tharven zweifeln. Gerade diese Gruppendiskussionen und die ständigen Frotzeleien untereinander sind das, was die Bücher von Peter Hohmann ausmachen.

Allerdings darf man nicht vergessen, dass trotz der vielen humorvollen Passagen die Geschichte generell eher düster ist. Der Mord an Tharvens Vater, das Geheimnis um die magische Gilde und eine Rüstung des ewigen Zwangs, die auch Tote wieder zum Leben erwecken kann.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es mit Tharven und seinen Freunden weitergehen wird, und kann jedem dieses Buch empfehlen, der auf der Suche nach klassischer Fantasy mit Heldenreise ist.

 

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