Im Reich der Träume bist du der Schöpfer deiner eigenen Welt.

 Rezension 

"Nachtlügen" 

von Lisanne Surborg

Isra arbeitet als Kellnerin in einem Varieté. Das ist auch schon die einzige gewöhnliche Sache in ihrem Leben, denn Isra ist ein Nachtalb. Als Nachtalb kann sie selbst nicht träumen, sondern ernährt sich von den Träumen der Menschen. Nachts besucht sie ihre Opfer und stiehlt ihre Lichtträume, um danach einen Albtraum in ihrem Unterbewusstsein zu hinterlassen. Als jedoch eines ihrer Opfer infolge ihres Albtraums stirbt, ist sie auf der Flucht, um herauszufinden, wer ihr einen Mord anhängen möchte. Dabei lernt sie Marek kennen, der ihr mit seinen Klarträumen hilft, ihre Albträume besser zu verstehen.

Ich habe mich so gefreut, als ich erfahren habe, dass Lisanne Surborg ihr erstes eigenes Buch bei der Hobbit-Presse veröffentlichen kann. Sonst kannte ich sie nur von der Buchreihe „Imperator“, die sie mit Kai Meyer zusammengeschrieben hat. Deswegen konnte ich es kaum erwarten, dieses Buch zu lesen. Auch weil sich hinter „Nachtlügen“ ein ungewöhnliches Buch verbirgt.

Dies hat zum einen damit zu tun, dass im Zentrum der Geschichte die Träume stehen. Dabei geht es eigentlich nicht nur darum, dass Isra nach und nach herausfindet, wer ihr einen Mord anhängen möchte, sondern auch darum, was Träume in ihrer ursprünglichen Form eigentlich sind und warum wir träumen, was wir träumen. So folgt nach jedem Kapitel ein kurzes Intermezzo, in dem es weiterführende Informationen zu Alben, Anekdoten zu Träumen von Philosophen oder auch Gedichte gibt. Ich fand diese Intermezzi sehr interessant, da man so noch tiefer in die Geschichte eintauchen kann und mehr über die Alben in der Gesellschaft erfährt.

Vor allem die Informationen über das „luzide Träumen“ fand ich spannend und wie dieser Aspekt in die Geschichte verwoben ist. Denn luzide Träumer sind quasi Gift für die Nachtalben, da die Träumer sich bewusst sind, dass sie träumen, und sehen können, wie ein Nachtalb versucht, ihre Träume zu manipulieren. Isra gerät an solch einen Träumer und leidet in der Folge an heftigen Vergiftungssymptomen, aber nur durch Marek lernt sie, sich selbst besser zu verstehen, z. B. warum sie ein bestimmtes Traumelement in jedem Albtraum hervorruft.

Alles in allem habe ich es sehr genossen, Isra und Marek bei ihren Ermittlungen zu begleiten, und habe das Gefühl, dass ich noch mehr übers Träumen gelernt habe. Aus diesem Grund kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der eine Geschichte über eine Nachtalbin lesen möchte, die ihren eigenen Albträumen auf den Grund geht.

Vielen lieben Dank an die HobbitPresse für das Rezensionsexemplar! 💖 

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