Schönheit muss leiden.
Rezension
"Schönheit ist eine Wunde"
von Eka Kurniawan
Nachdem Dewi Ayu 21 Jahre tot war, erhebt sie sich aus ihrem Grab, so wie sie sich damals hineingelegt hat. Sie findet, dass es an der Zeit ist, nachzuschauen, was aus ihren Töchtern geworden ist. Dabei muss sie feststellen, dass all ihre Töchter grausame Schicksale erleiden mussten, bis auf ihre jüngste Tochter, die die Hässlichste von allen ist. Dewi Ayu versucht herauszufinden, was ihre Familie getan hat, um diesen Fluch zu verdienen, und reist in ihre Vergangenheit.
Nachdem ich so begeistert von dem Buch „Die Acht Leben der Frau Mook“ war, wurde mir dieses Buch empfohlen. Denn, obwohl beide Bücher in unterschiedlichen Ländern spielen („Die Acht Leben der Frau Mook“ in Korea und „Schönheit ist eine Wunde“ in Indonesien), eint sie eine traurige Gemeinsamkeit. Beide Länder wurden ab einer gewissen Zeit um die Weltkriege herum von Japan besetzt und wie es bei Besetzungen immer so ist, wird die Kultur der unterliegenden Partei unterdrückt und die Menschen werden auf die schlimmste Weise behandelt.
In diesem Buch ist es so, dass die junge Dewi Ayu darunter leiden muss, denn sie wird noch als Mädchen als Prostituierte in eines der Tröstlager der japanischen Soldaten gebracht und muss dort die schlimmsten Sachen über sich ergehen lassen. Im Laufe der Zeit findet sie zwar einen Weg, wie sie Vorteile aus dieser Situation herausschlagen kann, aber bis es so weit ist, hat sie einen langen Leidensweg vor sich. Mir wurde übel, wenn ich gelesen habe, was die Soldaten mit den verängstigten, jungen Frauen gemacht haben. Dadurch ist es keine einfache Lektüre, auch wenn das, was Dewi Ayu passiert, nur die Spitze des Eisbergs ist, denn eigentlich dreht sich die Geschichte um ihre Töchter.
Allerdings haben ihre Töchter auch wenig Glück. Allamanda, die älteste Tochter, wird regelmäßig von ihrem Ehemann vergewaltigt, Maya Dewi wird schon mit 12 Jahren an einen Kunden ihrer Mutter verheiratet und Adinda ist später mit dem Mann zusammen, der eigentlich ihre große Schwester heiraten wollte. Niemand scheint eine glückliche Beziehung zu führen und immer wieder taucht ein mysteriöser Geist auf, der Dinge geschehen lässt und die Situationen noch schlimmer macht. Zu keiner Zeit wird genau gesagt, was es mit diesem Geist auf sich hat, aber ich vermutete, dass es sich um diesen Fluch handelt. Generell bleiben viele Erklärungen sehr vage und vieles wird auch nur angedeutet, sodass sich dieses Buch wunderbar für eine Leserunde oder einen Buchclub eignen würde, denn ich hätte mir auch hier und da Austausch darüber gewünscht.
Alles in allem kann ich sagen, dass es sich bei diesem Buch nicht um ein „Wohlfühlbuch“ handelt, sondern viele Stellen im Buch haben mich mit einem regelrechten Unbehagen zurückgelassen. Dennoch könnte es für viele interessant sein, die ein Buch suchen zum Nachdenken und Diskutieren. Denn über dieses Buch muss man definitiv mehr sprechen.
Vielen lieben Dank an den Unionsverlag für das Rezensionsexemplar! 💖


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